Wie mich der Briefträger zum Weinen brachte

Unser Briefträger ist ein freundlicher stiller Mann.
Er bringt die Post mit seinem gelben Elektro Kastenwagen.

Viel redet er nicht, er antwortet wenn man fragt.
Seinen Job und das Leben scheint er zu lieben, weil er so viel dabei lächelt.

Im Sommer stand er einmal pitschnass vor meiner Türe und klingelte, damit ich ein Paket unterzeichne.
Als ich ihn erstaunt fragte, warum er keinen Schirm benutzt antwortete er mit einem schelmischen Blick zum Himmel, dass es nach der vielen Sonne bestimmt nicht nur der Natur, sondern auch ihm gut tut, einmal nass zu werden.
Nachdem ich unterschrieben hatte, patschte er dann über die regennasse Strasse davon und hinterließ außer Fußstapfen gute Laune bei mir.

Vor ein paar Tagen hatte mein Sohn mich gebeten, ihm seinen Verstärker mitzubringen. Ein ziemlich großer und schwerer Kasten, wie ich feststellen musste, als ich ihn die zwei Treppen bis zur Haustüre nach unten hievte.
Als ich die Türe öffnete warf der Briefträger gerade noch etwas in den Postkasten, drehte sich um und wünschte mir einen schönen Tag.
„Das wünsche ich Ihnen auch“, konnte ich noch etwas außer Puste hinterher schnaufen.
Er drehte sich um und sah mich mit dem großen schwarzen Kasten in der Türe stehen.
„Was ist denn das“, wollte er wissen und steckte seinen Arm aus um mir zu helfen.
„Vorsicht, das ist echt schwer“, sagte ich.
Er schaute nach unten und lächelte vor sich hin.
„Ich bin doch ein Mann“, murmelte er und trug den Verstärker bis zu meinem Auto, das eine Strasse weiter stand und lud ihn vorsichtig ein.
Dann ging er weiter seiner Arbeit nach.

Ich saß im Auto und war tief berührt.
Ich war berührt von seiner Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit.
Tiefer hat mich aber die Erinnerung an meine verstaubten Glaubenssätze berührt.

Dieser Moment hat mich zutiefst berührt, weil der Mann keinen Deal machen wollte, sondern einfach nur gesehen hat, dass die Kiste die ich trage fast so schwer ist wie ich und dass er sie mit weniger Mühe tragen kann.

Dankbar tausche ich meine alten Glaubenssätze gegen frische Affirmationen:

Mühelos und mit Leichtigkeit ist im richtigen Moment Hilfe da!
Es fällt mir leicht und ich fühle mich frei, Unterstützung anzunehmen!
Wir Menschen sind liebevoll füreinander da!

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